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Dörfer & Region

Ländliches Salento: das echte Hinterland mit Olivenhainen

· 3 Min. Lesezeit

Ländliches Salento: das echte Hinterland mit Olivenhainen

Das Salento der Postkarten besteht aus Meer. Aber das Salento, das seine Menschen, seine Küche und seine Häuser geprägt hat, ist ein anderes: das ländliche Salento, das Hinterland aus roter Erde, Olivenbäumen und Trockenmauerwerk, das den größten Teil der Halbinsel einnimmt — und das die meisten Touristen im Auto durchqueren, ohne je anzuhalten. Dabei ist Anhalten genau das Beste, was man hier tun kann.

Die Landschaft: ein handgemachtes Kunstwerk

Die Landschaft des Salento ist über Jahrhunderte von Hand gebaut worden, Stein auf Stein:

  • die Trockenmauern, endlose Kilometer steinerner Grenzen, ohne Mörtel gesetzt — eine Kunst, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde;
  • die Pajare (auch Furnieddhi genannt), kegelförmige Trockensteinhütten, in denen die Bauern Werkzeug und müde Glieder unterstellten: die salentinischen Cousinen der Trulli;
  • die Olivenbäume, manche viele Jahrhunderte alt, mit Stämmen wie Skulpturen;
  • die rote Erde, die bei Sonnenuntergang aufleuchtet und der Landschaft etwas fast Afrikanisches gibt.

Diese Landschaft "besichtigt" man nicht: Man durchwandert sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad — auch mit Hund, der hier herzlich willkommen ist —, früh am Morgen oder zur Abenddämmerung, und lässt sie ihre Geschichte selbst erzählen.

Die Masserien: die Schlösser des Landes

Wie kleine weiße Festungen sind sie über das Hinterland verstreut: die Masserien, die alten befestigten Gutshöfe, um die sich das Leben auf den Feldern drehte. Wir haben ihre Geschichte und Architektur hier erzählt: Innenhöfe, Steingewölbe, Türme gegen die Piraten. Heute sind viele als Orte der Gastfreundschaft wiedergeboren, und dort zu übernachten ist der direkteste Weg, das ländliche Salento zu berühren — nicht als Zuschauer, sondern als Gast.

Die Rituale des Landlebens: Märkte, Backstuben, Dorffeste

Das ländliche Salento schmeckt man, noch bevor man es sieht:

  • die Wochenmärkte der Dörfer, wo am Gemüse noch die Erde klebt und die Saison die Preise macht;
  • die Dorfbäckereien, für Brot, Puccia und die Rustici am Morgen;
  • die Sagre, die sommerlichen Dorffeste, bei denen man die traditionellen Gerichte auf den Plätzen isst, an langen Tischen, mitten unter den Einheimischen;
  • die Olivenernte im Herbst, wenn das ganze Land wieder an die Arbeit geht.

Nichts davon wurde für Touristen erdacht. Und genau deshalb lohnt es sich.

Die Dörfer des Hinterlands

Zwischen den Feldern liegen die Dörfer: klein, weiß, lebendig. Die Orte der Grecìa Salentina mit ihrem griechischen Erbe, die blühenden Innenhöfe, die barocken Provinzkirchen, die Plätze, auf denen abends alle zusammenkommen. Die goldene Regel: Besucht sie, wenn sie leben — früh am Morgen zur Marktzeit oder abends nach acht. Nie in den toten Stunden des frühen Nachmittags, wenn die Dörfer des Südens schlafen.

Wie man es wirklich erlebt

Das ländliche Salento erobert man nicht mit einer Route, sondern mit der richtigen Basis und freier Zeit. Mitten auf dem Land zu wohnen — und nicht in einer Ferienanlage an der Küste — verändert den Charakter des Urlaubs: Dich weckt der Hahnenschrei statt des Verkehrs, du trittst aus der Tür und stehst schon mitten in der Landschaft, und jeden Abend ist das langsame Leben kein Vorsatz, sondern der natürliche Zustand der Dinge. Das Meer bleibt zwanzig Minuten entfernt. Der Unterschied ist: Wenn du hierher zurückkommst, wartet die Stille auf dich.