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Santa Maria di Leuca: wo zwei Meere sich treffen

· 3 Min. Lesezeit

Santa Maria di Leuca: wo zwei Meere sich treffen

Orte, an denen das Land endet, haben etwas Magnetisches. Santa Maria di Leuca ist genau das: die äußerste Spitze des italienischen Stiefelabsatzes, der Ort, an dem sich — so heißt es seit jeher — die Adria und das Ionische Meer treffen. Die Alten nannten sie De Finibus Terrae, „am Ende der Welt", und der Name sagt alles: Hierher kommt man, um sich am Ende der Welt zu fühlen — im schönsten Sinne des Wortes.

Das Heiligtum am Ende der Welt

Auf der Kuppe des Vorgebirges erhebt sich das Santuario di Santa Maria De Finibus Terrae, seit Jahrhunderten Ziel von Pilgern: Der Überlieferung nach erhält jeder, der wenigstens einmal im Leben bis hierher kommt, den Segen des „finis terrae". Gleich daneben öffnet sich der große Vorplatz in schwindelerregender Höhe über dem Blau des Meeres.

Nur wenige Schritte entfernt vervollständigt der Leuchtturm — einer der bedeutendsten Italiens, fast 50 Meter hoch über dem Vorgebirge — die Kulisse: weiß, einsam, dort errichtet, wo das Land sich dem Meer ergibt.

Die monumentale Kaskade und die Villen

Vom Vorplatz des Heiligtums führt die monumentale Kaskade des Acquedotto Pugliese hinunter zum Hafen: eine Wassertreppe, erbaut zur Feier des Endpunkts des apulischen Aquädukts. Sie wird nur zu besonderen Anlässen in Betrieb genommen, ist aber mit ihrer doppelten Treppe aus fast 300 Stufen auch trocken ein spektakulärer Anblick.

Unten am Meer erzählt die Uferpromenade von einem anderen Leuca: dem der Villen aus dem 19. Jahrhundert in eklektischen Stilen — maurisch, Jugendstil, Pagoden und Türmchen — erbaut vom salentinischen Bürgertum für die Sommerfrische. Ein Spaziergang bei Sonnenuntergang entlang dieser exzentrischen Fassaden lohnt den Halt schon für sich allein.

Die Grotten und die Bootstour

Die Küste rund um Leuca ist ein Spitzengewebe aus Meeresgrotten — die Grotta del Diavolo, die Grotta Porcinara, die Grotta del Soffio und Dutzende mehr — über Jahrtausende von den beiden Meeren ausgewaschen. Am besten erlebt man sie bei der klassischen Bootstour ab dem Hafen (in der Saison mit laufenden Abfahrten): ein paar Stunden zwischen Felswänden, kobaltblauem Wasser und Lichtspielen in den Höhlen. Für viele Gäste ist das die schönste Erinnerung des Urlaubs.

Die Sirene, die Leuca ihren Namen gab

Und dann ist da die Geschichte, die wir am liebsten mögen: die der Sirene Leucàsia, die aus Eifersucht einen Sturm gegen zwei junge Liebende entfesselte. Die Götter verwandelten sie in die beiden Landspitzen, die die Bucht umschließen — Punta Mèliso und Punta Ristola — damit sie für immer vereint bleiben. Es ist eine der schönsten Legenden des Salento, und wer über das Vorgebirge wandert, muss unweigerlich daran denken.

Praktische Tipps

  • Beste Zeit: Der späte Nachmittag schenkt Leuchtturm und Villen das schönste Licht, und der Sonnenuntergang vom Vorgebirge ist unvergesslich;
  • Bootstour: am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn das Meer ruhiger ist und die Farben in den Grotten am intensivsten leuchten;
  • Kombinieren: Auf dem Rückweg gehört die Adriaküste zwischen Castro und Santa Cesarea Terme zu den eindrucksvollsten des Salento — Grotten, Klippen und Aussichtspunkte hinter jeder Kurve.

Von der Masseria aus

Leuca ist der „lange" Ausflug Ihres Aufenthalts: rund eine Autostunde von Carpignano Salentino entfernt, perfekt als Etappe für Tag 6 unserer Rundreise. Man bricht in Ruhe auf, isst am Meer zu Mittag und kehrt nach Sonnenuntergang zurück: die richtige Art, sich von dem Punkt zu verabschieden, an dem der Salento — und Italien — im Blau enden.