Breathwork: was das ist, wie es funktioniert und warum alle davon reden
Wir atmen etwa zwanzigtausend Mal am Tag, und fast nie bemerken wir es. Breathwork, wörtlich „Arbeit am Atem", geht von einer einfachen Idee aus: Wenn der Atem die einzige Vitalfunktion ist, die wir sowohl automatisch laufen lassen als auch bewusst steuern können, dann ist er ein einzigartiger Zugang, um an Körper und Geist zu arbeiten. In den letzten Jahren ist das Wort überall, von Sportlern bis zu Podcasts: Hier erfährst du, was wirklich dahintersteckt, ohne Nebelkerzen.
Die zwei großen Familien des Breathwork
Unter demselben Wort leben sehr unterschiedliche Praktiken, und das ist das Erste, was man verstehen sollte:
1. Die funktionelle Atmung (im Alltag). Sanfte Techniken, die trainieren, wie wir den ganzen Tag über atmen: durch die Nase, langsam, mit dem Zwerchfell, effizient. Das bekannteste Beispiel ist die Oxygen-Advantage-Methode von Patrick McKeown. Das Ziel ist praktisch: ein ruhigerer, ökonomischerer Grundatem, nützlich im Umgang mit gefühltem Stress, im Sport und beim Schlafen. Es ist ein Training, wie die Körperhaltung: schrittweise, messbar, für alle.
2. Die transformativen Praktiken (in der Session). Intensive, angeleitete Atmungen wie das Rebirthing Breathwork oder das holotrope Atmen: Hier wird der verstärkte Atem zu einer inneren Reise, oft begleitet von starken Emotionen und Loslassen. Es sind kraftvolle Erfahrungen, die eine seriöse Anleitung, ein vorheriges Screening und die Beachtung klarer Kontraindikationen erfordern.
Die beiden Familien ergänzen sich: Die erste baut das Fundament, die zweite öffnet die Räume.
Was man in einer Session spürt (ohne Poesie)
In einer Session funktioneller Atmung arbeitet man im Sitzen oder in Bewegung: Übungen zur Atemwahrnehmung, Nasenatmung, langsame Rhythmen, manchmal leichte, kontrollierte Atempausen. Es ist ruhig, fast technisch: Und die Veränderungen zeigen sich über Tage, nicht als Feuerwerk.
In einer transformativen Gruppensession liegt man meist, mit einer verbundenen, kontinuierlichen Atmung, die der Facilitator anleitet, oft mit Musik. Es können Kribbeln, Emotionen, Erinnerungen, Weinen oder Lachen auftauchen: Das gehört zum Prozess, und genau deshalb zählt der Rahmen, also der Ort, die Anleitung, die Gruppe, so enorm viel.
Für wen es geeignet ist (und für wen nicht)
Die funktionelle Atmung eignet sich für die meisten Menschen, in jedem Alter. Die intensiven Praktiken haben dagegen ernste Kontraindikationen, darunter Schwangerschaft, Epilepsie, nicht kontrollierte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Glaukom, schwere psychiatrische Erkrankungen: Und ein seriöser Profi fragt dich vorher danach, mit einem Fragebogen. Misstraue jedem, der sagt, es sei „für alle geeignet, immer": Das stimmt nicht, und wer das sagt, verrät dir etwas über sich selbst. Und eines muss klar gesagt werden: Breathwork ist eine Wohlfühlpraxis, keine Therapie: Es heilt keine Krankheiten und ersetzt keine medizinische Behandlung.
Warum man es am richtigen Ort machen sollte
Der Atem folgt der Umgebung: In einem überfüllten Zentrum mit Verkehr vor der Tür ist Verlangsamen ein Kampf; in der Stille passiert es fast von selbst. Deshalb sucht Breathwork geschützte Orte: und deshalb entsteht in der Masseria gerade ein eigenes Angebot: der Gewölbesaal aus Stein, die intime Akustik, ringsum die Landschaft der Grecìa Salentina. Die ersten Sessions öffnen in den nächsten Monaten: Die Warteliste ist bereits offen, und wer auf der Liste steht, wird als Erster benachrichtigt.
Womit du heute anfangen kannst
Drei einfache und sichere Dinge, ab sofort: Atme durch die Nase (auch bei leichtem Sport, auch nachts: Der Mund ist zum Sprechen und Essen da); verlangsame die Ausatmung, wenn du Anspannung spürst (lang auszuatmen ist die natürliche Bremse des Körpers); beobachte den Atem zwei Minuten am Tag, ohne ihn zu verändern. Das ist schon Breathwork. Der Rest, die Methode, die angeleitete Praxis, die Gruppe: kommt, wenn du kommst.

