Galatina: Basilika, Tarantate und die Heimat des Pasticciotto
Eine Viertelstunde von der Masseria entfernt liegt ein Städtchen, das drei Schätze auf wenigen Metern vereint: einen der außergewöhnlichsten Freskenzyklen Süditaliens, den symbolträchtigsten Ort des Tarantismus und — nicht zuletzt — die Heimat des beliebtesten Gebäcks im Salento. Galatina überrascht jeden Besucher, und kaum eine Strandroute erzählt davon.
Die Basilika Santa Caterina d'Alessandria
Der Grund, warum Galatina schon allein die Reise wert wäre, ist die Basilika Santa Caterina d'Alessandria, Ende des 14. Jahrhunderts von der Familie Orsini del Balzo gestiftet. Von außen ein elegantes Beispiel romanisch-gotischer Baukunst; innen verschlägt sie einem die Sprache: Die Kirchenschiffe sind vollständig mit Fresken bedeckt — eine gemalte „Armenbibel", die in Umfang und Schönheit oft mit den großen Werken aus der Schule Giottos verglichen wird.
Szenen der Apokalypse, Geschichten aus der Genesis, Heiligenleben: Jede Wand erzählt. Nehmen Sie sich Zeit, den Blick nach oben gerichtet — es ist einer jener Orte, an denen der Salento aufhört, nur Meer zu sein, und zu großer Kunst wird.
Die Kapelle der Tarantate
Wenige Schritte vom Zentrum entfernt liegt ein kleiner, geschichtsträchtiger Ort: die Kapelle San Paolo, eng verbunden mit dem Ritual des Tarantismus. Hierher kamen noch bis vor wenigen Jahrzehnten jedes Jahr am 29. Juni die Tarantate — Frauen, die glaubten, von der Taranta gebissen worden zu sein —, um den Schutzheiligen gegen giftige Bisse um Gnade zu bitten und das Wasser aus dem Brunnen zu trinken.
Heute ist die Kapelle ein stilles Zeugnis dieser Geschichte, die wir im Artikel über Tarantismus und Pizzica ausführlich erzählt haben. Wer sie nach dieser Lektüre besucht, erlebt sie mit ganz anderen Augen: Es ist genau der Punkt, an dem sich Glaube, Musik und das Leid der einfachen Leute über Jahrhunderte begegnet sind.
Die Heimat des Pasticciotto
Galatina hütet auch einen süßeren Titel: Es gilt als die Heimat des Pasticciotto. Der Überlieferung nach entstand das Wahrzeichen-Gebäck des Salento — eine Hülle aus Mürbeteig, ein Herz aus Vanillecreme — genau hier im 18. Jahrhundert, im Ofen einer traditionsreichen Konditorei im Zentrum.
Wie auch immer die historische Wahrheit aussieht, eines ist sicher: In Galatina nimmt man den Pasticciotto ernst. In einer Konditorei im Zentrum einzukehren und einen lauwarm, frisch aus dem Ofen zu genießen, ist ein Pflichtritual — und der perfekte Abschluss des Besuchs. Für alle weiteren salentinischen Köstlichkeiten gibt es unseren Guide zur Küche des Salento.
Die Altstadt
Zwischen den einzelnen Stationen lohnt die Altstadt einen Spaziergang ohne Eile: Adelshöfe, Palazzi mit barocken Balkonen, Kirchen und Gassen, die im Sommer nach Kaffee und Mürbeteig duften. Galatina ist elegant, ohne touristisch zu sein: Man erlebt es im Rhythmus seiner Bewohner.
Praktische Tipps
- Wann hinfahren: am Vormittag, wenn die Basilika geöffnet ist und der Pasticciotto frisch aus dem Ofen kommt; oder am späten Nachmittag, wenn das Zentrum zum Leben erwacht.
- Wie viel Zeit einplanen: Zwei bis drei Stunden reichen für Basilika, Kapelle und eine süße Pause — perfekt als halber Tag, kombiniert mit dem Hinterland.
- Am 29. Juni, dem Fest der Heiligen Petrus und Paulus, feiert die Stadt ihre Verbundenheit mit der Tradition: Wer dann in der Gegend ist, erlebt den stimmungsvollsten Tag, um sie zu verstehen.
Anfahrt von der Masseria
Galatina erreichen Sie in etwa fünfzehn bis zwanzig Autominuten von der Masseria: einer der bequemsten Ausflüge des Aufenthalts, ideal kombinierbar mit den Dörfern der Grecìa Salentina. Kunst des 14. Jahrhunderts, die Erinnerung an die Tarantate und der beste Pasticciotto Ihres Urlaubs — alles an einem Vormittag: Kaum ein Ort bietet so viel auf so engem Raum.

