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Kultur & Traditionen

Griko: Die antike griechische Sprache im Salento

· 2 Min. Lesezeit

Griko: Die antike griechische Sprache im Salento

Es gibt etwas, das jeden überrascht, der zum ersten Mal das Hinterland des Salento besucht: In manchen Dörfern tauchen auf einem Straßenschild oder im Refrain eines Liedes Wörter auf, die weder italienisch noch nach apulischem Dialekt klingen. Es ist das Griko, eine Sprache griechischen Ursprungs, die seit Jahrhunderten in diesem Winkel des Salento lebendig ist. Wer sie versteht, versteht auch ein Stück der Seele jener Landschaft, in der die Masseria liegt.

Was ist das Griko

Das Griko ist eine griechisch-romanische Sprache: Sie wurzelt in der griechischen und byzantinischen Präsenz Süditaliens und hat sich über Jahrhunderte in nur wenigen Dörfern bewahrt, vor allem mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. In Italien ist sie als historische sprachliche Minderheit anerkannt und durch das Gesetz Nr. 482 von 1999 geschützt.

Es ist kein für Touristen "erfundener" Dialekt: Es ist eine echte Sprache mit eigenem Wortschatz, eigener Grammatik und einem reichen Schatz an Liedern und Erzählungen.

Wo es noch gesprochen wird

Das historische Herz des Griko bildet eine Gruppe von Dörfern der Grecìa Salentina: Calimera, Castrignano dei Greci, Corigliano d'Otranto, Martano, Martignano, Melpignano, Soleto, Sternatia und Zollino. Vor allem hier wurde die Sprache weitergegeben.

Heute sprechen es flüssig vor allem die älteren Menschen, doch in den letzten Jahrzehnten sind Initiativen entstanden, um es nicht aussterben zu lassen: Kurse, Veröffentlichungen, zweisprachige Schilder und vor allem die Musik.

Das Griko in der Musik

Am unmittelbarsten begegnet man dem Griko, wenn man es gesungen hört. Überlieferte Stücke wie Kalinifta ("Gute Nacht") sind zu kleinen Klassikern des Salento geworden, die bei Pizzica-Abenden und während der Sommerfestivals gespielt werden. Bei solchen Gelegenheiten tritt die Sprache aus den Büchern heraus und lebt wieder unter den Menschen auf.

Ein Erbe zum Zuhören

Man muss nicht jedes Wort verstehen, um sich vom Griko berühren zu lassen: Es genügt, ihm zuzuhören. Es ist der Klang einer sehr langen Geschichte, geprägt von Bauern, von Höfen und von Sommernächten. In der Grecìa Salentina zu wohnen bedeutet auch das: Zeit zu haben, um in einem Dorf innezuhalten, ein zweisprachiges Schild zu lesen, einem Lied zu lauschen. Kleine Begegnungen, die einen Badeurlaub in eine echte Reise durch die Kultur des Salento verwandeln.